(red) - Der Main-Taunus-Kreis hat zwölf Förderpreise für ehrenamtliches Engagement vergeben. Anlass war der Tag des Ehrenamtes, der seit 1986 weltweit am 5. Dezember begangen wird. Die mit insgesamt 3 000 Euro dotierten Preise haben Landrat Berthold Gall, der Erste Kreisbeigeordnete Hans-Jürgen Hielscher und der Kreisbeigeordnete Michael Cyriax überreicht. Landrat Berthold Gall dankte den Ehrenamtlichen dabei: „Diese Summe kann das Engagement vieler Jahre natürlich nicht aufwiegen“, meinte er. „Sie ist aber ein Zeichen dafür, wie sehr der MTK das Engagement seiner Bürger schätzt.“
Hielscher wies auf eine bundesweite Studie hin, laut der sich fast die Hälfte der Bürger im Kreis ehrenamtlich engagiert. Damit liege der MTK weit über dem Durchschnitt - bundesweit engagiere sich jeder Dritte im Ehrenamt. Die meisten Bewerbungen seien aus der Kreisstadt Hofheim eingegangen, dort lebe auch die größte Zahl der Ehrenamtscard-Inhaber, nämlich 205.
Die Förderpreise des Kreises wurden in fünf Kategorien verliehen. Angesprochen waren Menschen, die sich für den Tierschutz einsetzen, die sich um benachteiligte Kinder und Jugendliche kümmern, die sich in ihrer Kommune um ein schöneres Stadtbild bemühen oder die bei Naturkatastrophen im In- und Ausland den Betroffenen helfen. Außerdem konnten sich Unternehmen bewerben, die das ehrenamtliche Engagement ihrer Mitarbeiter unterstützen.
Bei Brigitte Hißnauer, die im Landratsamt für das Thema Ehrenamt zuständig ist, waren 79 Bewerbungen eingegangen. „Das ist das siebte Mal, dass wir Ehrenamtliche würdigen“, berichtete sie. „Insgesamt sind bei uns in den vergangenen Jahren 580 Vorschläge eingegangen - eine beachtliche Zahl.“ Eine Jury, der unter anderem Gall und Hielscher angehörten, prüfte alle Vorschläge. Ausgezeichnet wurden zwölf Personen und Gruppen; darunter aus Hofheim:
- Christl Heintze aus Hofheim ist in zahlreichen Vereinen aktiv, zum Beispiel beim Deutschen Roten Kreuz, der Freiwilligen Feuerwehr und dem Turn- und Gesangverein.
- Astrid und Ronald Schauer aus Hofheim haben eine mobile „Tafel für Tiere“ eingerichtet; dabei sammeln sie Futter- und Sachspenden für Tierbesitzer, die das nicht mehr selbst finanzieren können. Das Ehepaar beweise mit dieser Initiative „Einfühlungsvermögen und Weitblick“, so der Urkundentext, „denn für Menschen in sozialen Notlagen sind die Tiere oft ein wichtiger Halt.“
- Roger Lederer aus Hofheim engagiert sich seit langem bei der Freiwilligen Feuerwehr. Besonders herausragend war sein Einsatz bei der Schneekatastrophe im Münsterland im Jahr 2005
Freitag, 17. Dezember 2010 13:46 Uhr URL: http://www.wiesbadener-kurier.de/region/main-taunus/landkreis/9695721.htm
Landkreis
Engagiert im Main-Taunus
04.12.2010 - MAIN-TAUNUS
AUSZEICHNUNG Im bundesweiten Vergleich auch beim Ehrenamt an der Spitze
(ws). Der Main-Taunus-Kreis hat zwölf Förderpreise für ehrenamtliches Engagement vergeben. Anlass war der Tag des Ehrenamtes, der seit 1986 weltweit am 5. Dezember begangen wird. Die mit insgesamt 3000 Euro dotierten Preise haben Landrat Berthold Gall, der Erste Kreisbeigeordnete Hans-Jürgen Hielscher und der Kreisbeigeordnete Michael Cyriax überreicht. Landrat Berthold Gall dankte den Ehrenamtlichen dabei: „Diese Summe kann das Engagement vieler Jahre natürlich nicht aufwiegen“, meinte er. „Sie ist aber ein Zeichen dafür, wie sehr der Main-Taunus-Kreis das Engagement seiner Bürger schätzt.“
Hielscher wies auf eine bundesweite Studie hin, laut der sich fast die Hälfte der Bürger im Kreis ehrenamtlich engagiert. Damit liege der Main-Taunus weit über dem Durchschnitt - bundesweit engagiere sich jeder Dritte im Ehrenamt. Die meisten Bewerbungen seien aus der Kreisstadt Hofheim eingegangen, dort lebe auch die größte Zahl der Ehrenamtscard-Inhaber, nämlich 205.
Unternehmen gewürdigt
Die Förderpreise des Kreises wurden in fünf Kategorien verliehen. Angesprochen waren Menschen, die sich für den Tierschutz einsetzen, die sich um benachteiligte Kinder und Jugendliche kümmern, die sich in ihrer Kommune um ein schöneres Stadtbild bemühen oder die bei Naturkatastrophen im In- und Ausland den Betroffenen helfen. Außerdem konnten sich Unternehmen bewerben, die das ehrenamtliche Engagement ihrer Mitarbeiter unterstützen.
Bei Brigitte Hißnauer, im Landratsamt für das Thema Ehrenamt zuständig, waren 79 Bewerbungen eingegangen. „Insgesamt sind bei uns in den vergangenen Jahren 580 Vorschläge eingegangen - eine beachtliche Zahl.“ Eine Jury, der unter anderem Gall und Hielscher angehörten, prüfte alle Vorschläge. Ausgezeichnet wurden zwölf Personen und Gruppen: Christian Reiter aus Hattersheim, Christl Heintze aus Hofheim, die Firma Orgalog aus Flörsheim, der Ortsverband Flörsheim des Bundes für Umwelt- und Naturschutz, Walter Ohlenschläger aus Kelkheim , Astrid und Ronald Schauer aus Hofheim, Werner Schlauß aus Kelkheim, der Tierschutzverein Kelkheim, Roger Lederer aus Hofheim, die Buchhandlung „7. Himmel“ aus Eschborn, der Verein „Stern des Südens“ aus Flörsheim und Elfriede Fischer aus Sulzbach.
Höchster Kreisblatt vom 04.07.2009
10.12.2010 - MAIN-TAUNUS-K
Tiere waren ihr einziger Halt
Die Gründer der «Pfötchentafel», Astrid und Ronald Schauer, mit den beiden kleinen Hundedamen Lady und Peggy-Sue, die sie von ihrer verstorbenen Mutter übernommen haben, sowie Lucky, den die beiden aus einer spanischen Tötungsstation retteten. Foto: Maik Reuß
Von Christine Sieberhagen Mit einer ungewöhnlichen Aktion wollen die beiden Langenhainer in Not geratenen Tierfreunden helfen.
Langenhain. Ein Leben ohne Tiere? Ausgeschlossen. Astrid und Ronald Schauer wissen aus Erfahrung, welchen Trost die treuen Begleiter spenden – gerade in schwierigen Situationen. Deshalb haben die beiden die mobile «Esperanza-Pfötchentafel» gegründet. Damit wollen sie Tierbesitzer, die in Not geraten sind, und deren vierbeinige Lieblinge unterstützen. Die kleine Privatinitiative orientiert sich am Vorbild der «Tafel», bei der bedürftige Menschen mit Lebensmitteln versorgt werden.
«Wir möchten mit Futterspenden und Sachspenden dort einspringen, wo Hilfe am Nötigsten ist.» Gerade für Menschen, die ihren Job verlieren, sei es schwierig, ihre Tiere zu halten. Immer häufiger sind Hartz-IV-Empfänger gezwungen, sich von ihren langjährigen Gefährten zu trennen, weil sie nicht mehr genug Geld haben, um Futter oder Tierarztkosten zu bezahlen. Für viele ist das gleichsam der Verlust des letzten Halts.
Astrid und Ronald Schauer haben das vor einigen Jahren selber erlebt. «Damals mussten wir leider die Erfahrung machen, dass man ganz schnell und unverschuldet in eine Notlage kommen kann», erinnert sich die Langenhainerin, die ebenso wie ihr Mann, den sie in einer Selbsthilfegruppe für Betroffene kennenlernte, an der unheilbaren neurologischen Muskelerkrankung Dystonie leidet. Das Leiden verursacht schmerzhafte Muskelkrämpfe im gesamten Körper. «Nach einem langen Leidensweg wurde ich 1999 berentet», schildert die heute 50-Jährige. Bei ihrem Mann war die Krankheit ebenfalls so weit fortgeschritten, dass er nicht mehr in der Lage war, seinen Beruf auszuüben. «Schweren Herzens habe ich 2002 einen Rentenantrag gestellt», erzählt er. Es sollte lange dauern, bis dieser bewilligt wurde. Weil Dystonie eine noch recht unbekannte Krankheit ist, wurde Ronald Schauer von Gutachter zu Gutachter geschickt. Seine Erwerbsunfähigkeit wurde zwar jedes Mal zu 100 Prozent bestätigt, aber zwei Jahre lang erhielt er überhaupt kein Geld, weil die beiden ein Eigenheim haben. «Wir waren gezwungen, von meiner bescheidenen Rente zu leben. Meine Mutter, die selbst nur eine kleine Witwenrente bekam, hat uns, so gut es ging, unterstützt. Wenn man gesundheitlich angeschlagen ist und dann noch finanzielle Probleme bekommt, ist das Leben kaum noch lebenswert. In dieser Zeit waren unsere Tiere unser einziger Trost», sagt Astrid Schauer. Doch es kam noch schlimmer: Ihre Mutter starb unerwartet. Die Tochter musste nicht nur mit dem Verlust und der Trauer fertig werden, sondern die finanzielle Situation spitzte sich zu. Bald stellte sich die Frage, wie sie ihre Tiere – zum eigenen Hund und den beiden Katzen kamen nun zwei Hundedamen hinzu, die ihre Mutter hinterlassen hatte – versorgen sollten. Astrid Schauer war verzweifelt, schließlich wollte sie keinen der Vierbeiner abgeben.
Doch dann kam die Wende: «Wir bekamen großartige Unterstützung von unseren Freunden, die spontan die Patenschaft für die beiden Hundemädchen übernahmen. Es war eine unglaubliche Erleichterung, dass wir die Lieblinge meiner verstorbenen Mutter nicht ins Tierheim geben mussten. Aus Dankbarkeit, dass wir damals Hilfe bekamen, ist die Idee entstanden, anderen Menschen in ähnlichen Situationen zu helfen.»
Firmen helfen
Vor einigen Monaten begannen die beiden Tierfreunde, die sich zudem ehrenamtlich beim Tierschutzverein Kelkheim engagieren, ihre Idee umzusetzen. Deshalb sprachen die Schauers Firmen für Haustierbedarf an, um Futterspenden zu erhalten. Vor allem kleinere Geschäfte aus Königstein, Kronberg, aber auch Frankfurt sind es, die Futter und Dinge wie Hundekörbchen, Katzenstreu und andere Dinge zur Verfügung stellen. Zudem sagten ein Tierarzt und eine Hundetrainerin ihre Unterstützung zu. Denn es geht den Initiatoren der Langenhainer «Pfötchentafel» auch darum, dass die Tierhalter ihre Schützlinge trotz der schwierigen Lebenssituation nicht vernachlässigen. «Die Tiere sind auf uns Menschen angewiesen und jeder, der ein Tier besitzt, hat Verantwortung übernommen – in guten und in schlechten Zeiten», meint Astrid Schauer. Deshalb gibt es bei der «Pfötchentafel» Unterstützung, wenn es um Verhaltensstörungen oder um Krankheiten geht. Das Futter bringen die Gründer der mobilen «Pfötchentafel» übrigens kostenlos zu den in Not geratenen Frauchen oder Herrchen.
«Wir arbeiten diskret»
Während es an Spendern nicht fehlt, sind die Angesprochenen bisher zurückhaltend. Das liegt zum einen daran, dass sich das Angebot noch nicht überall herumgesprochen hat, zum anderen aber daran, dass sich viele Menschen, die in Not geraten sind, schämen und eine Hemmschwelle überwinden müssen. «Auch wir hätten Scheu gehabt, uns damals zu unserer Situation zu bekennen und Hilfe anzunehmen», bekennt Astrid Schauer. Deshalb appelliert sie: «Bitte kein falsches Schamgefühl, wir arbeiten diskret und unbürokratisch. Wir verlangen keinen Einkommensnachweis, sondern wir wollen nur das Tier sehen.» Zudem haben alle Gelegenheit, die Hilfe, die sie erhalten haben, zurückzugeben, wenn es ihnen wieder besser geht, indem sie die «Pfötchentafel» unterstützen.
Säcke mit Trockenfutter warten in Langenhain auf hungrige Tiere, ebenso Dosen für Hunde und Katzen. Aber Abnehmer fehlen bisher noch. Das Ehepaar Schauer hat mit einigen Freunden das Tafel-Projekt für Tiere gestartet und in den vergangenen Wochen schon viele Futterspenden von Geschäften bekommen – wie bei der Tafel für Menschen überwiegend Ware mit kürzlich abgelaufenem Haltbarkeitsdatum.
Sie wollen das Futter Bedürftigen Tierbesitzern schenken. "Aber es ist unheimlich schwierig, an die Leute heran zu kommen", sagt Astrid Schauer. "Die Scham ist wohl sehr groß." Über Mund-zu-Mund-Propaganda hat sie inzwischen immerhin von zwei Main-Taunus-Bürgern erfahren, die sich das Futter für ihre Tiere nicht mehr leisten können. Einer sei arbeitslos geworden, der andere durch den Tod des Ehepartners finanziell abgerutscht.
Rund 300 Kilogramm Futter sowie einige Hundekörbchen wurden kürzlich zudem von Langenhain noch Spanien gefahren, zur Animal Aid Foundation, die sich dort um herrenlose Hunde kümmert. Doch Tiere in Hofheim und Umgebung zu versorgen, ist das Hauptanliegen der Tafel.
"Wir mussten leider selbst die Erfahrung machen, dass man ganz schnell und unverschuldet in eine finanzielle Notlage kommen kann", erzählt Astrid Schauer. Sie und ihr Mann leiden an der unheilbaren neurologischen Muskelerkrankung Dystonie und lernten sich in einer Selbsthilfegruppe kennen. Die 50-Jährige ist deshalb schon seit zehn Jahren in Rente. Doch bei ihrem Mann habe sich die Berentung hingezogen: "Arbeitslosengeld und Krankengeld waren ausgeschöpft und weitere Unterstützungen standen uns nicht zu, da wir ein Eigenheim haben." Nach dem Tod von Astrid Schauers Mutter hatte das Ehepaar zusätzlich zu den eigenen Tieren deren beide Hunde zu versorgen. Die Kosten für drei Hunde und zwei Katzen sprengten damals ihre finanziellen Möglichkeiten. Freunde übernahmen die Patenschaft für zwei Hunde. Als Ronald Schauers Rente bewilligt wurde, war der finanzielle Engpass überwunden und die Idee für eine Tier-Tafel geboren.
Tiere als große Stütze
Sie will auch bei Tierarztbesuchen helfen und kooperiert mit einem Veterinär, der Armen ermäßigte Behandlungspreise gewährt. Außerdem hat die Espenranza-Pfötchentafel Untersützer, die Tierarzt-Rechnungen übernehmen würden. Geringverdiener müssen sich oft von ihrem Tier trennen, weil sie den Tierarzt nicht zahlen können. Der Hofheimer Tierschutzverein berichtet, dass er deshalb immer öfters Katzen aufnehmen muss. Dabei seien Tiere gerade in schwierigen Zeiten eine große Stütze, so die Langenhainerin Astrid Schauer: "Es wäre für uns entsetzlich gewesen, wenn wir aus der finanziellen Not heraus die Lieblinge meiner verstorbenen Mutter hätten in ein Tierheim geben müssen ."
Einen Einkommensnachweis fordern die Schauers nicht von Menschen, die für Tiere Hilfe suchen. "Wir wollen nur das Tier sehen." Das Futter würden sie nach Hause liefern. Denn Arme und Alte seien nicht mobil und könnten ihre Tiere auch nicht über die Tiertafel Deutschland versorgen, die in Frankfurt ihre hessenweit einzige Ausgabestelle hat.
Letzte Änderung am 15.06.2009 um 16:08:27 Uhr Erscheinungsdatum 16.06.2009 | Ausgabe: r1nw
Hofheimer Zeitung vom 29.05.2009
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ESPERANZA mobile Tierhilfe für Hofheim u. Umgebung